Rallye Dakar

Fast 30 Jahre nach dem sensationellen Sieg des Race Iltis startete Volkswagen bei der legendären Wüstenrallye einen unglaublichen Siegeszug.

1980 hieß die Dakar noch Rallye Oasis. Die Motorsportwelt staunt nicht schlecht, als Freddy Kottulinsky und Beifahrer Gerd Löffelmann mit dem eher harmlos dreinschauenden Race Iltis völlig überraschend die härteste Rallye der Welt gewinnen können. Über zwei Jahrzehnte später startet Volkswagen ein Projekt, das sich schnell zu einer beispiellosen Erfolgsgeschichte entwickelt.

Bereits beim ersten Start mit dem Race Touareg im Jahr 2004 gelingen die ersten Etappensiege. Ein Jahr später erkämpft man sich mit Rang drei die erste Podiumsplatzierung, 2006 holt das Werksteam sogar Rang zwei. Dann folgt ein Jahr Pause. Die Dakar 2008 wird wegen der gefährlichen politischen Lage in Nordwestafrika abgesagt. Im Jahr darauf zieht der Wüstenklassiker von Afrika nach Südamerika um: Aus der Sahara wird die Atacamawüste, aus dem Atlas-Gebirge werden die Anden. Und der Siegeszug des Race Touareg beginnt ...

Drei Jahre der Dominanz.

2009: der Dieseltriumph.
Out of Africa: Zum ersten Mal wird die Rallye Dakar in Südamerika ausgetragen. Prompt gibt es den ersten afrikanischen Sieger in der Geschichte der Rallye: Im Race Touareg 1 lässt Giniel de Villiers (ZA) mit seinem Beifahrer Dirk von Zitzewitz (D) die Vision Wirklichkeit werden: Als erster und bisher einziger Hersteller entschied Volkswagen die Automobilwertung der härtesten Marathon-Rallye der Welt mit Dieselantrieb für sich. Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/ZA) machen als Zweite den Volkswagen Doppelsieg perfekt.
 
2010: das Duell.
Zwei Minuten und zwölf Sekunden: Mit dem knappsten Vorsprung in der Historie der Rallye Dakar geht der Sieg erstmals an Carlos Sainz/Lucas Cruz aus Spanien, die mit einem weiterentwickelten Race Touareg 2 gestartet sind. Der packende Kampf um den "Dakar"-Titel ist teamintern: Rang zwei geht an Nasser Al-Attiyah/Timo Gottschalk (Q/D). Den historischen Dreifachsieg komplettieren Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/ZA).
 
2011: das doppelte Triple.
Weil es so schön war: Mit dem neuen Race Touareg 3 gelingt Volkswagen im Januar 2011 der dritte "Dakar"-Sieg in Folge. Zwölf von 13 möglichen Tagessiegen sind ein deutliches Zeichen der Dominanz. Nasser Al-Attiyah und Timo Gottschalk schaffen die Revanche für die knappe Niederlage in 2010. Es ist das dritte Volkswagen Duo, das bei der Rallye Dakar triumphiert. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz und Carlos Sainz/Lucas Cruz machen den zweiten Dreifachsieg für Volkswagen komplett. Wenn es am schönsten ist, hört man auf: Volkswagen Motorsport beendet sein Engagement bei der Rallye Dakar.

Die Dakar und ihre Helden.

2011: In 16 Tagen durch die Steppe.

Technische Daten

Volkswagen Race Touareg 3 (2011)

Motor  
Bauweise Reihen-Fünfzylinder-TDI-Dieselmotor, zweistufiges Aufladungssystem mit Abgasturboladern und Ladeluftkühlung, längs hinter der Vorderachse angeordnet
Hubraum 2.500 cm3
Leistung 228 kW (310 PS) bei 3.250 U min–1
Drehmoment Über 800 Nm bei 2.250 U min–1
Bohrung/Hub 81 mm/95,5 mm
Luftmengenbegrenzer 38 mm
Motormanagement Bosch
Kraftübertragung  
Getriebe Sequenzielles Fünfgang-Renngetriebe, längs angeordnet
Achsantrieb Permanenter Allradantrieb, drei mechanische Differenziale mit Viscose-Sperrmöglichkeiten
Kupplung Hydraulisch betätigte Dreischeiben-Keramik-Kupplung
Fahrwerk  
Vorder-/Hinterachse Doppelte Dreiecksquerlenker, zwei Feder/Dämpfer-Einheiten von ZF Sachs pro Rad
Federweg Ca. 250 mm
Lenkung Zahnstangenlenkung mit Servo-Unterstützung
Bremsanlage Rundum innenbelüftete Scheibenbremsen (Ø 320 mm), Aluminium-Bremssättel (sechs Kolben rundum)
Felgen 7 x 16 Zoll
Reifen 245/80-R 16 BF Goodrich
Chassis/Karosserie  
Aufbau Stahl-Gitterrohrrahmen, zweitürige Karosserie aus Kohlefaser
Maße und Gewicht  
Länge/Breite/Höhe 4.171/1.996/1.762 mm
Spurweite 1.750 mm
Radstand 2.820 mm
Mindestgewicht 1.787,5 kg (inkl. Fahrer)
Fahrleistungen  
Beschleunigung 0–100 km/h in 5,9 Sekunden (auf hartem Untergrund)
Höchstgeschwindigkeit Ca. 190 km/h (je nach Übersetzung)