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Donnerstag, 25.10.2018 SpanienRallye FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC)
Ein Blick hinter die Kulissen
Mit dem Polo GTI R5 hat eine neue Zeitrechnung begonnen

Für Volkswagen Motorsport ist das R5-Projekt im Rallye-Sport die Rückkehr in den Kundensport. Denn nicht das überaus erfolgreiche Engagement in der FIA World Rally Championship von 2013 bis 2016 markierte die erste Etappe von Volkswagen in diesem Metier. Ab dem Jahr 2000 wurden am Hauptsitz in Hannover 180 Polo für den Einsatz in der Gruppe N gebaut und verkauft – weitere für die S1600 folgten. Nun werden am Motorsport-Standort wieder Fahrzeuge für den Kundeneinsatz im Rallye-Sport konstruiert und entwickelt, aber auch aufgebaut, ausgeliefert und anschließend mit Ersatzteilen versorgt.

Um dies zu gewährleisten folgte nach dem Abschluss des Werksprogramms in der Rallye-WM anno 2016 eine stückweise Transformation und Qualifikation von Standort, Fachkräften und Prozessen. Ziel ist es, in der Manufaktur in Hannover Produktion und Logistik schrittweise auszubauen. „Unser Anspruch ist es nicht, möglichst viele Fahrzeuge zu verkaufen“, sagt Juliane Gründl, Leitung Vertrieb von Volkswagen Motorsport. „Unser Anspruch ist es, unseren Kunden einen möglichst guten Service zu bieten. Das schließt neben dem eigentlichen Verkauf auch die Aftersales sowie die Ersatzteillogistik mit ein.“

Volkswagen Motorsport-Direktor Sven Smeets ergänzt: „Bei der Entscheidung, zukünftig verstärkt auf den Kundensport zu setzen, galt das R5-Projekt als eine logische Konsequenz. Durch unsere Expertise im Rallye-Sport konnten wir voll auf Effizienz setzen. Auch, wenn die Ausrichtung auf den Kundensport eine erhebliche Umstrukturierung am Standort Hannover bedeutet hat.“

Auslieferung der ersten Polo GTI R5 nach der Rallye Spanien
Die Rallye Spanien bildet das Wettbewerbsdebüt des Polo GTI R5. Unmittelbar nach der Premiere am letzten Oktober-Wochenende beginnt in Hannover der Aufbau und die Auslieferung der ersten 15 R5-Polo, im Jahr 2019 folgen 30 bis 40 weitere. „Bis Weihnachten sollen die Paraguay, Portugal und Schweden ausgeliefert.

Der Automobil-Weltverband FIA hat einen Höchstpreis für ein einsatzfertiges Fahrzeug in der R5-Kategorie festgelegt. Aktuell beträgt dieser 190.000 Euro zzgl. MwSt. pro Fahrzeug in der Asphalt-Version. Auf Wunsch können für den Polo GTI R5 aber weitere Performance-relevante Optionen bestellt werden – etwa in der Ausstattung mit leichteren Sitzen. Weitere Optionen sind neben dem Umbau-Kit für Schotter auch die Performance-, Mobilitäts-, Licht- und Datenpakete.

Im Klartext: Neben alternativen Seitenscheiben und -netzen, Frontscheibenheizung und Wagenheber sind auch Nightfaces für Nacht-Rallyes sowie eine umfangreichere Datenerfassung optional erhältlich. Bei Bedarf können Kunden für ihre Rallye-Einsätze Motorsport-Ingenieure und -Mechaniker von Volkswagen buchen. „In diesem Geschäftsbereich bleibt abzuwarten, wie hoch die Nachfrage tatsächlich ist“, so Gründl.

Aufbau des Polo GTI R5 in 295 Arbeitsstunden
Der Aufbau der Fahrzeuge erfolgt in Teams mit wechselnden Mechaniker-Besetzungen innerhalb von 295 Arbeitsstunden. Nach der Fertigstellung wird das Fahrzeug vor der Übergabe an den Kunden auf dem Volkswagen Testgelände in Ehra-Lessien einem sorgfältigen Shakedown unterzogen – der abschließende und wichtigste Qualitätscheck.

Bei der Auslieferung erhalten die Kunden eine umfangreiche individuelle Dokumentation ihres Polo GTI R5 – neben den nötigen Dokumenten auch ein etwa 140 Seiten starkes Handbuch sowie How-to Guides für das Set-up und den Service. „Vier bis sechs Mechaniker werden permanent mit dem Aufbau der R5-Fahrzeuge betraut sein“, so Juliane Gründl. „Die Ersatzteilversorgung und Lager-Logistik wird zudem von den speziell geschulten und teils weiterqualifizierten Mitarbeitern sichergestellt. Zudem werden permanent Ingenieure mit dem Projekt betraut sein.“