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Mittwoch, 24.10.2018 Rallye FIA Rallye-Weltmeisterschaft (WRC)
Bereit für den Start
Der Polo GTI R5 hat die Gene eines Siegers

Die Kreativität der Ingenieure wird vom FIA-Reglement für R5-Rallye-Fahrzeuge in enge Bahnen gelenkt und doch findet sich Raum für die Entfaltung von technischen Ideen. Eine Herausforderung, die die Volkswagen Ingenieure rund um Projektleiter Gerard-Jan de Jongh beim Volkswagen Polo GTI R5 gern angenommen haben. Als Basisfahrzeug für den Volkswagen unter den R5 dient der Polo der sechsten Generation, der 2017 seine Verkaufspremiere feierte.

Doch bereits weit vorher begann die Entwicklung seines Rallye-Pendants: im November 2016. Mit der Rohkarosserie fanden die Volkswagen Ingenieure gute Bedingungen vor: etwa hinsichtlich der Abmessungen des Motorraums, der Möglichkeiten zur Platzierung des Aggregats ließ, oder der Grundsteifigkeit der Karosserie, die eine bessere Dimensionierung des obligatorischen Sicherheitskäfigs ermöglichte.

„Der Polo basiert auf der MQB-Plattform des Volkswagen Konzerns, was uns viele Möglichkeiten im Motorraum eröffnet“, sagt de Jongh. „Und es ist ein Chassis, das in vielen kritischen Bereichen bereits eine hochfeste Basis bietet.“

Basismotor EA888 bietet beste Voraussetzungen
Das Herzstück des Polo GTI R5 bildet der 1,6-Liter-Motor, der in der Zweiliter-Variante unter anderem auch im Polo GTI1 und im Golf GTI2 sowie Golf GTI TCR verbaut ist. Der Reihenvierzylinder mit Abgasturbolader, der quer vor der Vorderachse angeordnet ist, basiert auf dem EA888-Aggregat aus dem Volkswagen Konzern. Auch im R5-Fabia der Konzernschwester Škoda kommt dieses Aggregat zum Einsatz – und auf den ersten Blick gleichen sich die Aggregate. Dennoch kamen im Polo GTI R5 andere Entwicklungen zum Einsatz – etwa beim Kühl- und Abgaskonzept.

Der Polo GTI R5 wurde nach der gleichen Philosophie entwickelt wie der äußerst erfolgreiche Polo R WRC. Zwar konnte keine einzige Komponente des Weltmeister-Polo in das R5-Kundensport-Fahrzeug übernommen werden, dennoch flossen die Erfahrungen aus dem Meistermacher in den neuen Polo ein. Vor allem der vorgeschriebene Verkaufspreis des Basisfahrzeugs im Asphalt-Trim in Höhe von 190.000 Euro erforderte andere Lösungen. „Im Grunde genommen steckt in jedem Detail des R5 die gleiche Philosophie wie in unseren World Rally Cars, doch das technische R5-Reglement bietet erheblich mehr Einschränkungen“, so de Jongh. 

Kundensport-Fahrzeug erfordert neue Entwicklungsansätze
Die Entwicklung des Polo GTI R5 für den Kundensport erforderte einen breiten Ansatz: Neben den Haupt-Testfahrern Dieter Depping (D), Eric Camilli (F), Raimund Baumschlager (A) und Pontus Tidemand (S) kamen daher unter anderem auch die Rallye-Weltmeister Petter Solberg (N) und Marcus Grönholm (FIN) zum Einsatz.

„Durch das vielfältige Feedback konnten wir ein Rallye-Auto entwickeln, das mit unterschiedlichen Fahrstilen am Limit bewegt werden kann“, sagt de Jongh. „Mit vielen Fahrern zusammenzuarbeiten hat uns geholfen, nicht ausschließlich in eine bestimmte Richtung zu denken.“

1 Polo GTI – Kraftstoffverbrauch in l/100 km: innerorts 7,7/außerorts 4,9/kombiniert 5,9;
CO2-Emission kombiniert in g/km: 134; Effizienzklasse: C.  
 

2 Golf GTI – Kraftstoffverbrauch in l/100 km: innerorts 8,2–7,8/außerorts 5,5–5,3/kombiniert 6,4–6,3; CO2-Emission kombiniert in g/kg: 148–145; Effizienzklasse: D